| ZDF filmt für Drehscheibe Deutschland |
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Als Kleinstkind sei er an einer Gehirnhautentzündung erkrankt und schwerstbehindert gewesen .Mit fünf Jahren konnte er noch nicht alleine stehen. Und das im Dritten Reich – das sei nicht lustig gewesen. Aber seine Eltern hätten ihn stets gefördert und angespornt – mit Erfolg. So habe er mit 16 Jahren schließlich als Boxer im Ring gestanden, später gründete er einen Judo-Verein, bereiste die Welt, fing wilde Tiere. „Sie waren Großwildjäger?“, hakt Iglseder nach. „Nee, immer Kammerjäger“, scherzt Deicke. Er habe nur gefangen, was er auch alleine transportieren konnte: Krokodile, Schlangen, und, und, und. Ob er alle Abenteuer unverletzt überstanden habe? „Och was“, winkt Deicke ab, erzählt von gerissenen Sehnen, einem eingedrückten Kehlkopf, gebrochenen Wirbeln, genähten Wunden.
Kameramann Kube stützt sein Kinn auf die Hand, hört gebannt zu. Auch Felchows Kaffee droht kalt zu werden, während das Energiebündel ihnen gegenüber aus seinem Leben erzählt. Doch für die ganzen 81 Jahre reicht die Zeit nicht, schließlich muss noch gedreht werden.
Kube richtet das Objektiv seiner Kamera auf ein gemaltes Bild im Esszimmer. Löwe, Giraffe und Leopard schauen den Betrachter an, dass passt zum einleitenden Dialog: „Man hat uns erzählt, sie waren Tanzlehrer, haben wilde Tiere gefangen. Was haben sie alles gemacht?“, fragt Iglseder. Deicke beantwortet die Frage, erklärt, wo einige der Fotos an der Bilderwand hinter ihm aufgenommen wurden. Die Reisen in alle Teile der Welt habe er mit der Tierfängerei finanziert. Das würde er heute nicht mehr tun. Er habe dazu gelernt, wisse heute, dass das nicht richtig ist. „Heute fange ich nur noch für die Polizei Tiere ein“, erklärt der Experte. Tatsächlich ist der Sottrumer immer zur Stelle, wenn es gilt, ausgesetzte Schlangen oder Schnappschildkröten zu erhaschen.
Vom frühen Morgen bis zum Nachmittag hat das ZDF-Team Zeit, Material für seinen Sieben-Minuten-Beitrag zusammenzustellen. Nach drei Stunden müssen sich Iglseder, Kube und Felchow sputen. Sie haben noch nichts vom Familienpark gesehen, und über den hat Deicke natürlich auch jede Menge zu erzählen – und zwischendurch gibt der Hauptdarsteller immer noch einen Schwank aus seinem Leben zum Besten.
Irgendwann platzt Iglseder deshalb mit der Frage heraus: „Und das ist wirklich kein Jägerlatein, was sie uns hier erzählen?“ Deicke muss schmunzeln, schüttelt den Kopf: „Nee, nee. Ich habe mir mein ganzes Leben lang einfach immer nur meine Träume erfüllt“.
Die Drehscheibe Deutschland wird wochentags von 12.15 Uhr an gesendet. Der Beitrag über Peter Deicke wird am Montag, 14. November 2011, gesendet.
Artikel aus der Hildesheimer Allgemeine Zeitung vom 14.11.2011 (am)
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