| Schlangenhaltung kann teuer werden |
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Samstagnacht in der Ziegelbrennerstraße in Sarstedt: Eine offensichtlich orientierungslose, evtl. tödlich gefährliche Schöne wird gesichtet. Die freiwillige Feuerwehr Sarstedt wird benachrichtigt. Mit dem Umweltschutzwagen machen sich eine Feuerwehrfrau und sechs Feuerwehrmänner auf den Weg zum Ort des Geschehens. Sie umstellen das unheimliche Wesen.
Plötzlich: ein unerwarteter Ausbruch und die Schöne verschwindet in einem offenen Kellerfenster. Was nun? Die Feuerwehr benachrichtigt die Sarstedter Polizei. Diese wendet sich an die Hildesheimer Polizeizentrale, die wiederum an Peter Deicke, den Helfer in aussichtslosen Fällen. Er macht sich sofort mit seiner Tochter Sonja auf den Weg. Nach einem anstrengenden Tag in ihrem Familienpark in Sottrum kommen beide mit Fang-Utensilien beladen in Sarstedt an.
Dunkle Nacht, nur die Lichter der Feuerwehr beleuchten gespenstisch ein düsteres Haus. Das Haus erscheint unbewohnt – nichts regt sich. Auch in den Nachbarhäusern ist anscheinend niemand zu Hause. Endlich, ein Nachbar öffnet seine Tür: Dunkle Andeutungen über das Haus und seinen meist abwesenden Bewohner.
Nach intensiver Lagebesprechung entschließt man sich, den Freund und Helfer, die Sarstedter Polizei, an den Ort des Geschehens zu bitten. Nach kurzer Zeit erhellen auch die Lichter eines Polizeieinsatzwagens die gespenstische Szene.
Es erschließen sich zwei Möglichkeiten: Das Wesen ist absolut harmlos, kann aber durch sein bloßes Erscheinen Panik auslösen, oder es ist wirklich tödlich gefährlich. Man muss in das Haus eindringen – notfalls gewaltsam – um das Wesen einzufangen! Um zu vermeiden, dass die Feuerwehr die Tür öffnen muss, versucht die Polizei einen unverschlossenen Zugang zu dem geheimnisvollen Haus zu finden. Und tatsächlich, eine Kellertür steht offen. Die sieben Feuerwehrleute und zwei Fänger stürmen den Keller. Neun Taschenlampen erleuchten die düsteren, offensichtlich seit vielen Jahren nicht mehr genutzten Räume. Von der Flüchtigen keine Spur. Unzählige Versteckmöglichkeiten in dem unheimlichen Keller erschweren die Suche. Alle rechnen mit einem plötzlichen, gefährlichen, vielleicht sogar tödlichen Überfall.
Plötzlich, ein Aufschrei eines Feuerwehrmannes: „Hier ist sie!“. Sie versucht gerade in den Garten zu entkommen. Sonja Deicke hält geistesgegenwärtig ein Netz vor ihr auf und Peter Deicke treibt sie hinein. Es ist ein bildhübsches Wesen – eine rot, gelb schwarz geringelte Schlange.
Und die Moral von der Geschicht: Kauf dir eine Schlange nicht! Denn wenn es herauskommen sollte, wer der Besitzer der Schlange ist und dass er diese offensichtlich nicht sicher verwahrt hatte, muss er sich auf eine saftige Rechnung einstellen. Peter Deicke, der seit 50 Jahren der Polizei bei solchen Einsätzen ehrenamtlich hilft, ist froh, dass er das Tier im letzten Moment noch fangen konnte. Wenn die Schlange in den nächtlichen Garten entkommen wäre, hätte es kaum eine Chance gegeben, sie bei diesem Einsatz einzufangen und ein weiterer Einsatz hätte die Kosten für den Besitzer oder den Steuerzahler noch weiter in die Höhe getrieben. Ob der Schlangenhalter bei der Anschaffung der Schlange wohl so weit gedacht hat?
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